Bläufabrik                               

und Zeche Hermann  (11) 

 

Die Bläufabrik wurde 1773 von Kaufmann Offermann aus Velbert gegründet. In diesen Gebäuden wurde bis 1854 Farbpulver produziert.

Die Herstellung geschah durch Rösten von Kobalterzen unter Zugabe von Alaun. Durch Abtrennung von schädlichen Stoffen und unter Beimengung von Pottasche und Kieselerde etc . entstand blaues Glas, die sogenannte „Schmalte”.

 

Die Farbmühle walzte und mahlte das Glas fein aus. Durch Schlämmen und Trocknen entstand das blaue Farbpulver. Unter allen Blautönen war „Kobaldblau” die begehrte Farbe. Die Stoff-, Papier- und Glas-Fabriken sowie Porzellan- und Keramik-Manufakturen, auch die im niederländischen Delft, benötigten die Farben zum Einfärben und für Unterglasuren. Aus gehaltvollen Kobalterzen erstellte die Bläufabrik auch Farbpulver für Emailmaler, das sogenannte Saffer- oder Zafra-Produkt.

Kobalterze wurden im Hespertal abgebaut.

Die Grube „Aurora” im oberhalb liegenden Hefel förderte den Rohstoff zur Alaungewinnung. Über mehrere Jahre erhielt die Bläufabrik Kobalterze und Alaun aus den nahen Gruben, in

späteren Jahren vom Wittgensteiner Land.

 

Die heutige Bläufabrik entstand 1797. Sie wurde aus Bruchstein und Fachwerk gebaut und mit einem Walmdach gedeckt. Am Haus fließt heute noch der Rosenbach entlang, der den Fabrikbetrieb und alle Bewohner mit

Frischwasser versorgte. Die Bläufabrik wird heute als Wohnhaus genutzt und ist ein gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal”.

 

An der gegenüberliegenden Hangseite lag die Kleinzeche Hermann. Hier wurde nach dem Krieg Hausbrandkohle vom Flöz „Dicke Bank” abgebaut. Die Zeche war von 1948 bis 1955 aktiv. Zu Beginn der Förderung hatten die Bergleute ihre Waschkaue in der Bläufabrik, bis der Zechenanbau genutzt werden konnte.  <

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